Geschichte

1886
Entstehung der Gemeinde. In Dresden-Neustadt wird schon 1889 von Predigern der Evangelischen Gemeinschaft gepredigt (Hausversammlungen). Ab 1889 wird ein Saal gemietet, zuerst Louisenstr. 16, kurze Zeit später Louisenstr. 06, ab 1900 Alaunstr. 40.

1898
Die Jährliche Konferenz beschließt, die Predigtorte Dresden-Neustadt, Pieschen und Bühlau zu einem Bezirk zusammenzuführen.

1902
Prediger Bernhard Beck wird mit Dienstzuweisung in der Gemeinde tätig.

1906
Prediger Wilhelm Quack beginnt seinen Dienst.

1907
Bau der Emmauskirche vollendet, genehmigt wird lediglich ein Kirchenbau im Hinterhof, ohne Turm und ohne Glocken, damit wird dokumentiert, dass die offizielle Anerkennung einer Gemeinde, die außerhalb der Evangel.-Luth. Landeskirche steht, nicht erwünscht ist. In Pieschen und in Bühlau befanden sich weitere Gemeinden, die mit der Emmauskirche durch die Dienstzuweisung ein und desselben Predigers verbunden sind. Die Predigtstätte in der Oschatzer Straße in Pieschen wird in den 80er Jahren aufgegeben und an die Herrnhuter Brüdergemeine übertragen.

   

1910
Prediger C. Schuler dient der Gemeinde.

1914
L. Haupt ist neuer Prediger der Gemeinde. In der Zeit des ersten Weltkrieges geschichte_prediger-c-schulerbeklagt die Chronik, dass den Gottesdienst nur "Greise, Frauen und Kinder" besuchen, da die Männer ausnahmslos den Gesetzen der Krieg führenden Nation unterworfen sind. Hunger und Elend in den Familien nötigen die Kirche, in der Nachkriegszeit Hilfsmaßnahmen zur Linderung der größten Not einzuleiten. Diakonissen werden in Dresden stationiert, die aufopferungsvoll von Haus zu Haus unterwegs sind. Dieser Dienst an den Menschen trägt zum Wachstum der Gemeinden bei.

 

1925
Die Gemeinde bekommt mit Dr. Kücklich einen neuen Prediger.

1927
Auf Dr. Kücklich folgt Prediger Wilhelm Freese.

1934
Prediger Carl Haupt beginnt seinen Dienst, der 17 Jahre dauern wird. In der Zeit des Nationalsozialismus bleibt auch die Emmausgemeinde
von den Auseinandersetzungen um den Führerkult, um geschichte_kindergruppe-nachkriegsjahreJudenhass und Judenvernichtung nicht verschont. Die Sorge um das unverfälschte Wort Gottes, das es zur Zeit und zur Unzeit zu predigen gilt, bestimmt die Auseinandersetzungen in der Gemeinde.
Wiederum ruft das Nachkriegselend in der verwüsteten Stadt nach 1945 nicht nur zu theologischer Neubesinnung, sondern auch zum Nachweis des Christentums der Tat. Die Unterstützung durch Hilfsmaßnahmen der Evangelischen Gemeinschaft, die als weltweit organisierte Kirche die Not der Gemeinden im Nachkriegsdeutschland erkennt, kommt zur rechten Zeit und bewirkt, dass die Öffentlichkeit auf den Dienst der Gemeinde aufmerksam wird.

1951
Dienstbeginn von Prediger Johannes Mrotzek.

1953
Horst Langer wird als erster Pastor der Gemeinde eingesetzt.

1963
Auf Horst Langer folgt Pastor Kurt Wilhelm.

1968
Im April findet die Vereinigung der Evangelischen Gemeinschaft mit der Bischöflichen Methodistenkirche zur Evangelisch-methodistischen Kirche für den Bereich der Jährlichen Konferenzen beider Kirchen in einer Vereinigungskonferenz in der Emmauskirche statt.

1970
Dr. Theophil Funk wird am 1. Januar 1970 Pastor der Emmausgemeinde, nachdem er bereits in Plauen/Vogtland Pastor war und 10 Jahre als Dozent am Seminar Bad Klosterlausnitz (Theologische Schule) gedient hat. Doch bereits im ersten Jahr machen sich - vor allem durch häufige Stürze - Lähmungserscheinungen bemerkbar. Im Herbst 1972 wird bei einem mehrwöchigen Klinikaufenthalt eine unheilbare Nervenkrankheit diagnostiziert. An seinem 60. Geburtstag wird er im Dezember 1972 mit dem Bescheid entlassen, nicht mehr eingesetzt werden zu können. Als die Ärzte ihm nicht mehr helfen können, ließ er gemäß Jakobus 5 über sich beten. Er wünscht sich, dass die Krankheit zum Stillstand komme und ihm so noch eine Gnadenfrist gegeben wird, um als Schriftsteller, Übersetzer und als Prediger im Gemeindedienst weiter Dienst tun zu können. Dies ist ihm geschenkt worden. Statt an dieser Krankheit, die in der Regel nach drei bis vier Jahren zu einem schrecklichen Ende führt, stirbt er erst 10 Jahre später an einem Herzinfarkt. Noch vier Wochen zuvor hat er seine letzte Predigt gehalten.

1973
Zunächst übernimmt neben Dr. Funk auch Pastor i. R. Armin Fröbisch, der im Kirchenhaus wohnte, viele Vertretungsdienste, bevor am 1. September 1973 mit Thomas Röder ein junger Pastor das Amt übertragen bekommt. Dieser zieht zunächst in eine kleine Wohnung im Parterre des Vorderhauses, da Familie Funk mit vier Kindern noch in der Dienstwohnung untergebracht ist.

1982
Pastor Röder wird durch die Konferenz als Bischofssekretär bei Bischof Härtel berufen, bleibt aber - als Gemeindeglied - in der Gemeinde. Das Amt des Pastors übernimmt Werner Barth. Aufgrund seiner Herzkrankheit wird er von Stefan Gerisch unterstützt. 1985 wird Pastor Barth in den Ruhestand versetzt, wenige Monate später übernahm auch Stefan Gerisch neue Aufgaben, so dass die Gemeinde bis zur Konferenz "verwaist" ist und sich ein halbes Jahr mit Vertretungen und eigenem Einsatz behelfen muss.

1986
Eduard Riedner wird Pastor der Emmausgemeinde. 1988 bittet der damalige Leiter der Geschäftsleute des vollen Evangeliums, Hermann Colditz, darum, die Räume der Gemeinde für ihre vierteljährlichen Wochenendrüsten mit Rednern aus dem In- und Ausland nutzen zu dürfen. Im Sommer 1988 findet das erste übergemeindliche Treffen statt. Die Teilnehmer aus der Gemeinde wünschen sich, gemeinsam mit unserem Pastorenehepaar diese neue Art der Anbetung und des Lobpreises unter Einbezug der Geistesgaben auch in die Gottesdienste der Gemeinde hineinzutragen. Pastor Riedner dient gleichzeitig auch bei den von Heinrich Wachsmuth in der Martin-Luther-Kirche organisierten Lobpreisabenden, die ebenfalls von einigen Gemeindemitgliedern besucht wurden.
Die nun beginnende zaghafte charismatische Prägung des Gemeindelebens bringt auch viel Unruhe und zuletzt den Weggang von ca. 25 Geschwistern in die drei anderen methodistischen Gemeinden unserer Stadt. Das ist etwa die Hälfte der alten Gemeinde. Trotzdem wächst die Gemeinde, nicht zuletzt durch eine verstärkte Evangelisationsarbeit. Eine der ersten Jüngerschaftsschulen in der damaligen DDR veranstaltet in der Emmauskirche eine missionarische Woche, in der mehrere Heilungen geschehen.

1990
Der äußere Rahmen der Emmauskirche ist bis Anfang der 90er Jahre düster. Vorherrschend eine sehr dunkelgrüne Farbe, die fast schwarz wirkt. Technik und sanitäre Ausstattung sind primitiv. Der Heizkessel entfaltet eine starke Rauchentwicklung, es sind nur insgesamt drei Toiletten vorhanden, im Durchgang zum Hinterhof findet sich eine winzige Küche. Hinzu kommt der vor der Wende überall sichtbare Verfall. Doch rechtzeitig mit dem neuen Gemeindewachstum geschieht nach der Wende 1991 ein neues, unfassbares Wunder Gottes. Das Stadterneuerungsamt Dresden bietet Fördermittel in Höhe von 85% der Bausumme für die Sanierung der Emmauskirche an. Wir willigen in diesen einmaligen Vertrag ein und investierten die für uns vorher unvorstellbare Summe von 1,3 Millionen DM in unser Gotteshaus. Und obwohl wir damals noch längst nicht eine so große Gemeinde waren, konnten wir jeweils die fälligen finanziellen Anteile aufbringen.
Unser Glaubenswagnis wird belohnt. 1994, nach eineinhalb Jahren Bauzeit, können wir unser Gotteshaus unter der Leitung unseres Bischofs, Dr. Walter Klaiber festlich einweihen: Aus der ehemals dunklen Kirche ist ein helles, einladendes Gotteshaus mit zweckmäßigen Nebenräumen geworden.
In dieser langen Bauzeit wird jeden Sonnabend von früh bis abends ein Großeinsatz veranstaltet mit vielen, vielen Zuarbeiten für die Handwerker, die u.a. mit dem schwierigen Abbeizen der schlimmen schwarzen Farbe beschäftigt sind. Jeden Sonnabend müssen aber auch Berge von Schutt beseitigt werden, damit wir am Sonntag stets einen Raum für unseren Gottesdienst benutzen können. Während dieser gesamten Bauzeit fällt nicht ein Gottesdienst aus! Lobpreis und Anbetung werden ausgedehnt, die Verkündigung stärker, das Gemeindeleben intensiver. Längst genügt uns der 1-Stunden-Gottesdienst nicht mehr!

2000
Nach der Verabschiedung von Eduard Riedner in den Ruhestand wird Gottfried Fischer als Pastor der Gemeinde eingesetzt.

2002
Herbert Uhlmann wird Pastor der Emmausgemeinde.

2006
Werner Philipp bekommt als Gemeindepastor eine Dienstzuweisung für Dresden-Emmauskirche.

2007
Die Gemeinde feiert das 100-jährige Jubiläum ihres Kirchgebäudes.

 

Die Kommentare wurden geschlossen